Welche Fehler machen junge Franchise-Gründer am häufigsten?
- 15. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Nicht mangelnde Intelligenz lässt junge Franchise-Gründer scheitern – sondern falsche Annahmen.
Viele Fehler entstehen nicht aus Unfähigkeit, sondern aus Erwartungen, die mit der Realität von Unternehmertum kollidieren. Gerade junge Gründer bringen enorme Stärken mit – Lernbereitschaft, Energie, Nähe zur Zielgruppe –, stolpern aber häufig über dieselben Muster.
Der gute Teil: Diese Fehler sind bekannt. Und vermeidbar.
Fehler 1: Franchise mit „Selbstläufer“ verwechseln
Einer der häufigsten Denkfehler:
„Ich kaufe ein Franchise – dann läuft das System.“
Franchise bedeutet:
eigenes Unternehmen
echte Verantwortung
tägliche Entscheidungen
Das System unterstützt – es ersetzt nicht den Unternehmer.
Warum das passiert: Junge Gründer haben oft wenig Vergleichswerte und unterschätzen, wie viel Präsenz und Führung gerade am Anfang nötig ist.
Wie man es vermeidet:
Franchise als Abkürzung, nicht als Autopilot verstehen
von Anfang an operative Präsenz einplanen
Verantwortung bewusst annehmen
Fehler 2: Ungeduld – zu schnell zu viel wollen
Viele junge Gründer sind motiviert, ambitioniert und wollen:
sofort skalieren
schnell Gewinne sehen
früh delegieren
Das Problem: Unternehmertum – auch im Franchise – braucht Stabilität vor Wachstum.
Typische Folgen:
Prozesse sind noch nicht gefestigt
Team ist nicht eingearbeitet
Qualität leidet
Wie man es vermeidet:
erst verstehen, dann optimieren
erst stabilisieren, dann skalieren
Wachstum als Phase, nicht als Zustand begreifen
Fehler 3: Das System nicht konsequent nutzen
Paradox, aber häufig: Junge Gründer entscheiden sich für Franchise – und ignorieren dann Teile des Systems.
Gründe dafür:
„Ich probiere es mal anders.“
„Ich glaube, ich weiß es besser.“
„Das passt nicht zu mir.“
Das Resultat:
unnötige Fehler
Reibung mit dem System
schlechtere Ergebnisse
Wie man es vermeidet:
System als Erfahrungsvorsprung begreifen
Abweichungen bewusst und begründet vornehmen
Feedback aktiv einholen
Fehler 4: Zahlen ignorieren oder verdrängen
Viele junge Gründer fokussieren sich stark auf:
Produkt
Erlebnis
Marketing
und zu wenig auf:
Kosten
Fixkostenstruktur
einfache Kennzahlen
Nicht aus Desinteresse – sondern aus Unsicherheit.
Warum das gefährlich ist: Wer Zahlen nicht anschaut, kann nicht steuern.
Wie man es vermeidet:
keine Angst vor Zahlen, sondern Respekt
einfache Kennzahlen regelmäßig prüfen
Unterstützung des Franchisegebers nutzen
Man muss Zahlen nicht lieben – aber ernst nehmen.
Fehler 5: Teamführung unterschätzen
Ein häufiger Irrtum:
„Ich bin jung, wir sind locker, das läuft schon.“
Teamführung ist kein Selbstläufer – unabhängig vom Alter.
Typische Probleme:
unklare Erwartungen
fehlende Konsequenz
Konflikte werden ausgesessen
Gerade im Family Entertainment wirkt sich das sofort auf Qualität und Kundenerlebnis aus.
Wie man es vermeidet:
klare Rollen und Regeln definieren
präsent sein
Verantwortung nicht scheuen
früh Feedback geben
Fehler 6: Zu wenig Präsenz vor Ort
Manche junge Gründer unterschätzen, wie wichtig ihre eigene Rolle ist – besonders am Anfang.
Zu wenig Präsenz führt zu:
fehlender Kontrolle
schwacher Teamkultur
unklarem Qualitätsniveau
Franchise ersetzt keine Führungspersönlichkeit.
Wie man es vermeidet:
in der Startphase bewusst viel Zeit investieren
sichtbar für Team und Kunden sein
später schrittweise delegieren
Fehler 7: Verantwortung unterschätzen – besonders bei Familien & Kindern
Im familienfreundlichen Entertainment ist dieser Punkt kritisch.
Fehler entstehen, wenn:
Jugendschutz als Formalität gesehen wird
Regeln „flexibel“ ausgelegt werden
Verantwortung an Personal abgeschoben wird
Das ist nicht nur riskant, sondern geschäftsschädigend.
Wie man es vermeidet:
Jugendschutz als Kernwert begreifen
Standards strikt einhalten
Vorbild sein – nicht nur Betreiber
Verantwortung ist kein Hemmschuh, sondern ein Vertrauensfaktor.
Fehler 8: Probleme nicht ansprechen
Viele junge Gründer wollen:
stark wirken
keine Schwäche zeigen
alles allein lösen
Im Franchise ist das kontraproduktiv.
Wie man es vermeidet:
früh kommunizieren
Unterstützung annehmen
Austausch suchen
Franchise funktioniert nicht durch Alleingänge, sondern durch Zusammenarbeit.
Warum diese Fehler nichts mit „jung“ zu tun haben
Wichtig: Diese Fehler sind keine Altersfrage. Sie treten bei jungen Gründern nur sichtbarer auf, weil:
Erfahrungswerte fehlen
Erwartungen höher sind
Lernprozesse schneller ablaufen
Wer diese Fehler erkennt, lernt oft schneller als erfahrene Einzelgründer.
Fazit: Die größten Fehler sind vermeidbar
Die häufigsten Fehler junger Franchise-Gründer sind:
falsche Erwartungen
Ungeduld
zu wenig Nutzung des Systems
Scheu vor Zahlen und Führung
Die gute Nachricht: All das ist lernbar.
Franchise bietet genau dafür den Rahmen – wenn er genutzt wird.
PINE zeigt, dass junge Gründer nicht scheitern, weil sie jung sind, sondern dann, wenn sie versuchen, Franchise wie eine Einzelgründung zu führen.
Ein letzter Gedanke
Erfolg im Franchise entsteht nicht durch Fehlerfreiheit – sondern dadurch, bekannte Fehler nicht wiederholen zu müssen.



Kommentare